Abriss der Geschichte meiner Behandlung mit einer Eizellenspende

15.2.2018 Ovumia Fertinova

Abriss der Geschichte meiner Behandlung mit einer Eizellenspende

Die Geschichte unserer Kinderlosigkeit nahm, was die Behandlungen betrifft, ihren Anfang im März 2007, als wir nach gut einem Jahr der Versuche gemeinsam mit meinem Mann einen Termin in der damaligen Ava-Klinik, der heutigen Ovumia Fertinova vereinbarten. Die Geschichte haben wir gemeinsam durchlebt, aber ich schreibe diesen Beitrag aus meinem Blickwinkel. Die Überschrift sagt auch, dass dies nur der Abriss meiner Geschichte ist, in deren Konturen so viel mehr von allem eingeht, was ich in diesen Zeilen nicht schreibe, und viel davon, was aufzuschreiben einfach unmöglich ist.

Mit meinen eigenen Zellen wurden verschiedene Behandlungen durchgeführt. Zunächst Inseminationen, danach IVF, bei der nicht eine Zelle befruchtet wurde. Anschließend ICSI. Es kamen wenige Eizellen und sie waren qualitativ auch nicht sehr hochwertig. Nach verschiedenen ergebnislosen Behandlungen führten wir an irgendeinem Punkt mit unserem Arzt das Gespräch, wie denn die Zukunft der Behandlungen aussähe. Ich äußerte sofort, dass ich selbst nicht unbedingt diejenige sein kann, die einen Schlussstrich zieht, sondern ich erhoffe vom Arzt Ehrlichkeit in dem Punkt, wenn es mit eigenen Zellen sinnlos wäre, weitere Versuche zu unternehmen. So kam es auch zum Gespräch mit dem behandelnden Arzt, auf dessen Grundlage wir beschlossen, zu gespendeten Eizellen überzugehen.

Vor der ersten Behandlung führten wir ein Gespräch darüber beim Psychologen. Danach fand man für uns eine Spenderin und die Behandlungen begannen. Eine Direkteinpflanzung brachte nicht das erhoffte Ergebnis, aber mit der Übertragung des ersten eingefrorenen Embryos kam es zur Schwangerschaft, in deren Ergebnis im Oktober 2010 unser Ältester, unser wunderbarer Sohn, geboren wurde. Die Schwangerschaft verlief physisch „einfach“ und auch die Geburt ging schnell und leicht vonstatten. Unser zweites Kind, unsere süße Tochter, kam im Februar 2013 zur Welt. Sie hatte ihren Ursprung in der ersten Direkteinpflanzung. Beide haben dieselbe Spenderin, so dass sie über vollkommen identisches genetisches Erbgut verfügen.

Das ist alles einfach zu schreiben. Es wird eine gut überschaubare Geschichte in sehr sachlicher Form erzählt. Das, was sich in jenen Jahren auf der Herzensseite abspielte, war etwas ganz anderes. Dort war alle Leichtigkeit und Unkompliziertheit weit entfernt. Das Leid, kein Kind zu bekommen, das Verlangen nach dem, was noch nie da gewesen ist. Dafür ist es unmöglich, Worte zu finden. Die Gruppe Apulanta singt „Das Leid stirbt beim Schreien“. Es ist nicht gestorben. Es gab nämlich diese Momente, oft sogar, wenn man am Boden lag und vor Verzweiflung schrie, dass man kein Kind bekam. Die Last jener Jahre war schwer zu tragen, mitunter ist sie es heute noch, wenn die Gedanken darum kreisen.

Ich will alles über diese düstere Zeit erzählen, in der ich damals wandelte, Dir als Stütze, die Du gerade diese Wege gehst, Dir als Wahrheit, die Du sie gerade erst beschreitest. Denn es ist nicht einfach. Aber ich will auch über die Hoffnung sprechen, die mich immer wieder aufmunterte, als wir die Möglichkeit erhielten, gespendete Eizellen zu testen. Von der in jede Zelle fahrenden Liebe und Freude, als ich mein eigenes Kind zum ersten Mal halten durfte. Und jeden Tag, wenn ich sie ansehe, die genetisch anders sind, aber mehr mein eigenes Ich, als ich mir jemals vorstellen konnte.

Es ist leicht in Floskeln zu verfallen, wie dankbar ich derjenigen bin, die dies für uns möglich machte. Aber obwohl ich nach den schönsten Worten und dem größten Dank im Universum suchen würde, wären sie gar nichts gegen das, was ich tatsächlich ihr gegenüber empfinde, die mir diese Möglichkeit gab. Sie ermöglichte es, dass aus uns eine Familie wurde.

Ich bin auch dem Personal der Klinik grenzenlos dankbar. Die Unterstützung, die wir von den Ärzten und Pflegekräften erhielten, war eine unersetzliche Hilfe in jener Zeit. Mich bewegt noch immer der Gedanke daran, wie sie an unserer Enttäuschung, den Funken der Hoffnung und dem Gelingen Anteil nahmen.

Wenn jetzt jemand fragen würde, hat es sich gelohnt, würdest Du denselben Weg wieder einschlagen, würdest Du all das Leid ertragen? Ich würde ohne mit der Wimper zu zucken antworten: ja, ganz gewiss!

Dich, die Du das beim Grübeln liest, ob Du dich traust, den Weg einzuschlagen, bestärke ich darin. Dir, die Du Dich gerade jetzt auf dem Weg befindest, wünsche ich Kraft für jeden Tag. Dir, die Du den Weg schon gegangen bist, wie immer das Endergebnis auch ausfiel, wünsche ich, dass Du glücklich bist. Dir, die Du dem Behandlungspersonal oder Kinderlosen nahe stehst, wünsche ich Weisheit und Wärme, um für jede mit unerfülltem Kinderwunsch da zu sein. Und Dir, die Du das nur so liest, wünsche ich, dass Du dankbar bist für das Leben. Denn das ist nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

 

Die Bloggerin Essi Sivula ist Kundin bei Ovumia Fertinova, die nach einem langen Weg der Kinderwunschbehandlung schließlich zwei Kinder mittels künstlicher Befruchtung von gespendeten Eizellen bekam.

Wir sind unserer Kundin Essi, die sich einer Eizellenspendenbehandlung unterzog, dankbar für ihren Beitrag zur Behandlungserfahrung:
Candido Tomas, Kati Pentti, Päivi Virta, Anna Pulkkinen, Ninni Wäre, Mirka Haukkamaa und Pekka Sillanaukee

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.